Buchjobs im Jahr 2022 – Was kann sein?

Ich bin dann mal in der Zukunft. Oder: Mein Ausflug in die Buchjobs von 2022 und wie ich das so seh‘.

von Rebekka Kirsch

Bild von daydream, alle Rechte vorbehalten

Momentan ändert sich vieles. Alles. Jeder. Keiner.

Irgendwie und irgendwo ist immer Wandel und Entwicklung und Fortschritt und Zukunft vorhanden – muss es auch. Ohne Fortschritt folgt der Rückschritt oder so ähnlich. Klipp und klar gilt: Es ist gut, wenn man sich mit den Änderungen des Umfelds, in dem man lebt und arbeitet, auseinander setzt. Nicht, dass man vielleicht dann als Verlag sagt „Oha, wo sind denn die Leser alle hin? Wo sind die, in einem Forum und diskutieren über das Buch?“ Das wäre nämlich etwas unvorteilhaft.

Beobachten, Abwarten, Kalkulieren und Planen ist alles gut. Verweigern, Verneinen, für Schlecht befinden und als Feind betrachten ist alles nicht gut. Auch wenn der vermeintliche Durchschnittsdeutsche gerne jammert und sich beschwert: Wer irgendwie zu Potte kommen will, muss sich an den Tisch setzen, den Veränderungen ins Auge blicken und fragen „Wie wollen wir miteinander auskommen?“

Vor allem auch die Frage „Wie wird sich die Buchbranche verändern?“ könnte von Bedeutung sein, zumal wir mehr oder mit eben dieser Branche arbeiten, leben oder unsere kostbare rare Freizeit verbringen.

Und weil in Zeiten der Veränderung die Angst über negative Entwicklungen sehr stark ist, spielt die ach-so-alte Jobfrage die prägnanteste Rolle. Nun, wenn man nicht verzweifelt am Alten festhält und die Medienentwicklungen verflucht. Alle, die das mache, dürfen gerne weitermachen. Das räumt Platz für optimistische und zuversichtliche und innovative Menschen frei. Das brauchen wir irgendwo auch.

Media-Content-Berater

Blickt man sich um, in altbekannten Häusern von Thalia oder Hugendubel, dann findet man alles. Vor allem Thalia wartet mit meist unsinnigen, verzweifelten Produktangeboten auf, die bei manchen zu Aggressionen gegen die zwanzgiste Blumenvase oder die achtunddreißigste Puppe werden.

Der Kunde kauft Bücher ein. Schön und gut. Aber auch DVDs. Und Games. Und Karten-Gutscheine. Und eBooks.

Ob er das stationär oder online macht sei einmal dahin gestellt. Der Kunde konsumiert lediglich Medien-Inhalt. Und wenn wir den crossmedialen Aspekt noch berücksichtigen ist es nicht sehr abwegig, dass zur DVD von Harry Potter auch „Magische Kreaturen“ gekauft wird. Oder das „Twilight-Tagebuch“ und der Comic. Es wird Geschäfte geben, die die Medienvielfalt präsentieren müssen. Das beinhaltet Bücher, Comics, DVDs, Blurays, Games in allen Variationen, Software, eBooks und Plastik-Content wie Gutscheine oder aufladbare Shoppingkarten.

Es bedarf Beratung, es bedarf technischen Know-Hows, es bedarf gekonnter Umgang mit den Zielgruppen, es bedarf Wissen über die crossmedialen Verknüpfungen und es bedarf Betreuung. Das sind Media-Content-Berater, die einen Einkauf zu einem entspannten Ausflug in die bunte Welt der Medien machen.

Crossmedia-Manager

Das goldene Wort. In aller Munde. In aller Köpfe – meist forciert durch zukunftsgeile Mitmenschen. Was es ist, sagt das Wort allein schon aus. Crossmedia. X-Media. Querbeet-Medien. Miteinander verknüpfte Medien.

Wie auch immer. Es spielt eine essentielle Rolle – schaut man auf Länder wie Japan, dann sieht man, was man eigentlich mit Crossmedia anstellen sollte – und ist ein Teil der zukünftigen Medien- ergo Buchbranche.

Ein Buch ist ein Film ist eine Serie ist ein Comic ist Merchandise ist ein Game ist ein Fandom.

Was gibt‘s dazu noch zu sagen? Wer sich weder mit dem einen oder dem anderen genannten „Ding“ auskennt ist sicherlich kein Crossmedia-Manager. Der kennt nämlich alles und noch mehr. Der ist nämlich mitten in der Materie drinnen. Der behält nämlich den Überblick was es wie und wo und warum schon gibt und steht im ständigen Austausch mit der Rechte&Lizenzen- und der Marketing-Abteilung. Er sucht nach neuen Möglichkeiten. Er kümmert sich um die Fans, die versorgt werden sollen. Er schaut sich um, nach neuen Märkten. Der Crossmedia-Manager ist ein wichtiger Job in 2022 vor allem wenn ein Erfolg den nächsten jagen soll.

Online-Cooperation-Supervisor

Ich bin online. Du bist online. Er ist online. Sie, wir, ihr, alle sind online. Zwar nicht alle auf die selbe Art und Weise, aber wir kennen Mozilla oder Safari – an die leidigen Menschen, die Explorer benutzen hier mein Mitleid. Wir sind auf Plattformen aktiv, prostitutieren, bestätigen, verkaufen, begeistern oder verletzen uns. Wie eben im normalen Leben auch. Nur mit etwas weniger Muskelmasse und Emotionen. Wir diskutieren, reden, streiten, lachen, schwärmen und teilen wie die Wahnsinnigen auf Foren, auf Seiten, auf Blogs und in Chats. Viel Zeit unserers Lebens verbringen wir leider damit online zu sein und zu konsumieren: News, Artikel, Satiren, Beiträge, Auseinandersetzungen, Bilder, GIFs und so weiter und so fort.

Als Verlag bin ich auch online. Weil die Kunden online sind. Weil die Leser sich über das Internet vernetzen. Weil sie über das Internet einkaufen gehen. Weil sie sich über das Internet über meine Produkte am ehesten informieren.

Entweder habe ich Kooperationen mit Seitenbetreibern, die meine Banner anzeigen oder mein Buch bewerben. Oder Blogs, die Rezensionen schreiben und das Cover abbilden. Oder Gewinnspiele, die überall eingebunden werden müssen. Oder ich habe Kooperationen mit anderen Firmen, die auf meiner Seite Banner anzeigen wollen oder ihr Produkt bewerben wollen. Unendliche Möglichkeiten. Und das gilt für die Werbung an sich und ebenfalls für die PR. Was ist Werbung, was ist PR, was ist Community-Betreuung. Der Online-Cooperation-Supervisor hat die Übersicht – jemand muss sie ja haben. Er managt die finanzielle, inhaltliche und strukturelle Übersicht. Außerdem entwickelt er neue Konzepte für die Integration neuer Tools, Plattformen oder Aktionen. Hand in Hand mit Marketing und PR. Und vor allem Hand in Hand mit dem Internet.

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