eBookCamp in Hamburg 2012

Gelohnt hat sich der Weg nach Hamburg! Das zweite eBookCamp war mindestens so spannend wie der Auftakt im letzten Jahr. Dies ist den Sessions selbst geschuldet, aber vor allem den netten Pausengesprächen bei Kuchen und Brötchen bei reibungslosem Ablauf durch die prima Organisation des eBookCamp-Teams. Das Betahaus und die genutzen Räume der KITA nebenan passen dazu, dass wir in einem noch neuen Geschäftsfeld arbeiten. Austausch, Fragen stellen und Lernen sind somit essentiell und machen in entspannter Atmosphäre (auch auf kleinen Kinderstühlchen) Spaß.

In der ersten Session geht es ums Thema Schrift in E-Books. Carsten Schwab zeigt auf, dass es für Verlage ein historischer Schritt ist, den sie mit dem E-Book beschreiten, da dieses erstmalig nach Jahrhunderten nicht mehr in Kodexform vorliegt, stattdessen digitale Texte körperlos auf unterschiedliche Träger transportiert werden. Mit der Folge, dass die Darstellung eines EPUB stark vom Trägermedium (Reader und Software) abhängt.
Am Beispiel von einigen bibliophilen Schuckstücken wird schnell klar: Nicht jedes Buch kann man in eine adäquate elektronische Form überführen. Aber allein darum geht es auch nicht. Denkbar ist es ebenso gut, Produkte ausschließlich für die digitale Nutzung zu konstruieren, weil sie so nur „richtig funktionieren“. Die Frage sollte nicht einfach lauten: Wie wandle ich meine Daten möglichst verlustfrei in EPUBs? Vielmehr brauchen wir einen digitalen Ansatz bei der Entstehung von Texten (im Lektorat und beim Autor), um zukunftsfähige (vernetzte, angereicherte) Produkte entwickeln zu können.

In der zweiten Session stellt Sarah Mirschinka Dotbooks, einen reinen E-Book-Verlag mit dem Schwerpunkt Unterhaltungsliteratur vor und berichtet über das Verfahren zur Manuskriptannahme sowie die Presse- und Vertriebsarbeit im Verlag. Vorteile eines Digital-Only Verlages sind offensichtlich sehr geringe Vorlaufzeiten von bis zu 2 Wochen zur Umsetzung neuer Projekte. Pressearbeit findet für E-Books bislang vor allem im Bereich Social Media und in Blogs und Foren statt. Viele Autoren zeigen sich offenbar sehr aufgeschlossen für die neue Form des Publizierens, verwerten wieder frei gewordene Rechte, oder veröffentlichen Nebenprojekte, die im Print-Verlag keinen Platz finden.

In der letzten Session gibt Tobias Wißmann einen Überblick über die Möglichkeiten des stationären Buchhandels im E-Book Geschäft, und räumt mit dem Vorurteil auf, dass E-Books dort nichts zu suchen hätten. Lösungen der Barsortimente und der MVB werden erläutert sowie das Konzept der E-Book Cards von EPIDU. Nur wenn Buchhändler in der Lage sind, Ihrem Kunden dem gewünschten Lesestoff zu beschaffen, in welchem Format auch immer, können Sie auch ihre hybrid lesenden Kunden langfristig binden. Dass der E-Einstieg für viele Buchhändler neben dem Tagesgeschäft nicht leicht ist, wird auch von den anwesenden Buchhändlern lebhaft diskutiert. Doch letztlich scheint es eine Investition, die sich langfristig auszahlen könnte.
Johanna Krobitzsch
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