Azubis als Umdenker und Kommunikationsverbesserer

Hanna Hartberger und Dennis Schmolk rufen zur Zeit auf ihrem Blog zu einer Blogparade zum Thema „Die Neuen – Aus- und Weiterbildung in der Buchbranche“ auf. Wir finden das eine großartige Idee und beteiligen uns natürlich gerne!

Da ich selbst Auszubildende zur Medienkauffrau bin, möchte ich gerne aus dieser Sichtweise schreiben. Im August bin ich zwei Jahre dabei und durchlaufe so gut wie alle Abteilungen im Haus. Kommenden Januar bin ich fertig und spätestens dann stellt sich natürlich die Frage: Werde ich übernommen oder muss ich mich nach etwas Anderem umsehen?

Unternehmen schmücken sich gerne damit, dass die Azubis alle Abteilungen im Haus kennen lernen und einen Einblick von der jeweiligen Arbeit dort bekommen.
Aber was ist, wenn die Ausbildung abgeschlossen ist?
Es sollte den Arbeitgebern bewusst sein, das das Herumkommen im Haus und das gesammelte Wissen dort unsere größte Stärke und unser Alleinstellungsmerkmal ist.

Wir kennen die Arbeit jedes einzelnen wichtigen Bereichs, wir kennen die MitarbeiterInnen und die Abläufe dort, und –noch viel wichtiger – wir kennen die Schnittstellen und Zusammenhänge der verschiedenen Abteilungen, die ein fester Mitarbeiter/eine feste Mitarbeiterin vielleicht nach einiger Zeit nicht mehr sieht. Das heißt wir können ggf. sogar Arbeitsabläufe verbessern und optimieren.
Azubis können „externe“ Beobachter sein, um Strukturen wahrzunehmen und helfen die Kommunikation im Haus zu verbessern.

In der Berufsschule konnten wir uns mit Azubis aus anderen Verlagen austauschen: Oft wurde bei uns in der Klasse über Abläufe und Aufgaben diskutiert. So beschrieb z.B. jemand die Arbeit in der Herstellung und die Zusammenarbeit mit dem Lektorat. Gleich darauf berichtete ein zweiter aus einem anderen Haus wie es dort abläuft und es entstand eine Diskussion was wohl der richtige Prozess ist und welcher zu welchem Unternehmen passt.

So lernen wir Prozesse anders zu denken und über den Tellerrand hinauszuschauen.

Azubis sind also nach der Ausbildung prima eingearbeitet, sie sind mit der Branche vernetzt, kennen aber auch Chancen und Probleme der Branche. Weshalb also jemanden von außen einstellen, der erst noch ins Unternehmen eingeführt werden muss?
Arbeitgeber sollten das bereits vorhandene Know-How ihres „hauseigenen“ Nachwuchses nutzen. Sie selbst sind ebenfalls mitverantwortlich für die Fähigkeiten und Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen.

Nachwüchsler mit einer abgeschlossenen Ausbildung haben die nötige praktische Erfahrung, die oft gefordert wird. Und – mal weitergedacht – mit einem offenen und kulanten Arbeitgeber lässt sich ein Studium auch berufsbegleitend an die Ausbildung anschließen. Man bleibt dem Unternehmen als Arbeitskraft erhalten und baut seinen nötigen Wissensschatz weiter aus.

Von Anna-Lena Wingerter

Advertisements

4 Gedanken zu “Azubis als Umdenker und Kommunikationsverbesserer

  1. Pingback: Die “Neuen” – von Buchcamp zu Blogparade : πάντα ῥεῖ – Alles fließt.

  2. Pingback: type:area» Blogarchiv » Blogparade: Die “Neuen” – Aus- und Weiterbildung in der Buchbranche

  3. Pingback: “Der Buchbranche fehlt der Coolness-Faktor”: Auslese einer Blogparade : πάντα ῥεῖ – Alles fließt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s