Nachklapp: Nachwuchsparlament 2017

Drei Tage voller Vorträge, Workshops, Exkursionen und Austausch:
Das war das Nachwuchsparlament 2017.

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Ein Rückblick in Bild und Text:

Montag, 12.06.2017

Begrüßung durch Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins

Key Note Frank Richter (Geschäftsführer Stiftung Frauenkirche Dresden)

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Podiumsdiskussion mit Frank Richter, Horand Knaup (Spiegel) und Alexander Skipis

Workshops

Exkursionen

Get-Together

Dienstag, 13.06.2017

Parlamentssitzung und Nachwuchssprecher-Wahl

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Hauptversammlung

Mitgliederfest und Zusammenführung der Mentoren mit Mentees

Mittwoch, 14.06.2017

Slot „Sinkende Kundenfrequenz im Handel. Ergebnisse eines Brainstormings des Nachwuchsparlaments“

Nachwuchsparlament 2017

2017 ermöglicht der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wieder 100 Nachwuchskräften die Teilnahme am Gesamtprogramm der Buchtage in Berlin. Wie letztes Jahr in der Satzung des Börsenvereins beschlossen, wird das Nachwuchsparlament geschlossen an der Hauptversammlung teilnehmen und konkrete Empfehlungen formulieren. Es leistet somit einen wichtigen Beitrag, Themen der Zukunft anzugehen. Ihr habt zudem die Möglichkeit, an Workshops sowie an Exkursionen zu Buchhandlungen und Verlagen teilzunehmen. So könnt Ihr tiefere Einblicke in die Branche erhalten und neue Kontakte knüpfen. Das Nachwuchsparlament steht 2017 unter dem uns alle bewegenden Thema „Werte – Wandel – Verantwortung“.

Wahl der Nachwuchssprecher

Analog zur Ehrenamtsstruktur im Börsenverein haben wir Sprecher etabliert, die den Nachwuchs der Buchbranche auf Branchenveranstaltungen, gegenüber der Öffentlichkeit und innerhalb des Börsenvereins repräsentieren. Sie kommunizieren Themen, welche die Branche bewegen und berichten sowohl dem Nachwuchs als auch den Fachgremien des Börsenvereins. In diesem Jahr steht wieder die Wahl zweier Nachwuchssprecher an.

 

Voraussichtlicher Programmablauf

Montag, 12.06.2017
Location: Pumpe Berlin

13:00 Uhr    Begrüßung

13:15 Uhr    Key Note Frank Richter (Geschäftsführer Stiftung Frauenkirche Dresden)

13:45 Uhr    Podiumsrunde

14:30 Uhr    Pause

15:00 Uhr    Workshops

17:00 Uhr    Exkursionen

20:00 Uhr    Get-Together

Dienstag, 13.06.2017
Location: bbc Berlin

9:00 Uhr    Parlamentssitzung

11:30 Uhr    Offizielle Eröffnung der Buchtage

14:00 Uhr    Hauptversammlung des Börsenvereins

19:30 Uhr    Mitgliederfest

Mittwoch, 14.06.2017
Location: bbc Berlin

Ab 09:45 Uhr    Teilnahme am Programm der Buchtage und den Slots

Ende ca. 16.30 Uhr

Was tun, um dabei zu sein?

Wer am Programm teilnehmen möchte, muss eine kurze Bewerbung schicken. Die Bewerbung muss die Bearbeitung einer der folgenden Aufgaben umfassen, inklusive persönlicher Angaben zu Name, Alter, Adresse, E-Mailadresse sowie dem aktuellen Arbeitgeber oder dem Studium. Gebt darin auch bitte an, ob Ihr euch für das Amt des Nachwuchssprechers bewerbt.

Fasst Eure Gedanken zu einem der folgenden Themenblöcke entweder in einem einseitigen Essay oder in einer Powerpoint-Präsentation mit 6-10 Folien zusammen:

1. Demokratie und Meinungsfreiheit als Grundlage unserer Branche

•    Die demokratischen Grundwerte wie Meinungs- und Publikationsfreiheit sind die Grundlagen der Buch- und Medienbranche. Was bedeutet Demokratie und Meinungsfreiheit für dich persönlich und für deinen (zukünftigen) Arbeitsalltag?
•    Herr Richter, unser Key-Note-Speaker und Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden, suchte den Dialog mit PEGIDA-Anhängern. Gibt es aus deiner Sicht Grenzen der Meinungsfreiheit und wenn ja, wo?
•    Wenn du die Möglichkeit hättest, Kämpfer für die Meinungsfreiheit zu interviewen, was würdest du sie fragen? Welche Aspekte der Arbeit für die Demokratie interessieren dich?

2. Deutsch-Französischer Austausch

Frankreich beschäftigt – nicht nur hinsichtlich der politischen Situation – die deutsche Buchbranche, sondern auch, weil die Franzosen bei der kommenden Frankfurter Buchmesse den Gastlandauftritt gestalten.

•    Vergleiche den französischen und den deutschen Buchmarkt: Wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede?
•    Welche Kooperationen, Austauschprogramme oder ganz neue Ideen wären sinnvoll, um die deutsche und französische Buchbranche weiter zu vernetzen und damit die Zukunft der europäischen Ideen mitzugestalten?
•    Wenn du die Möglichkeit hättest, Kämpfer für die Meinungsfreiheit zu interviewen, was würdest du sie fragen? Welche Aspekte der Arbeit für die Demokratie interessieren dich?

Einsendeschluss ist der 19.05.2017. Bitte schickt Eure Bewerbung an nachwuchsparlament@boev.de

Wer darf mitmachen?

Auszubildende im Verlag und Buchhandel, Volontäre, Studenten und Berufseinsteiger sind herzlich eingeladen, eine Bewerbung zu schicken.

Bei Fragen wende Dich an Kristina Hvasti-Schnepper (t: 069 94740062) oder an nachwuchsparlament@boev.de.

Die TeilnehmerInnen erhalten vom Organisationsteam:

•    Kostenlose Zugtickets für die An- und Abreise nach Berlin
•    Kostenlose Unterbringung im ONE80°Hostel in Berlin (Nähe Alexanderplatz)
•    Teilnahme am Get Together des Nachwuchsparlaments am Montagabend
•    Eintrittskarte zu den Buchtagen und dem Mitgliederfest am Dienstagabend

Leipziger Buchmesse 2017

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Auch dieses Jahr findet wieder der Karrieretag Buch und Medien auf der Leipziger Buchmesse statt. Traditionell am Messefreitag können sich Auszubildende, Studenten, Volontäre und Young Professionals aus der Buchbranche über die neuesten Entwicklungen informieren. Darüber hinaus finden Veranstaltungen für Schüler und Brancheneinsteiger statt, die grundsätzlich über Möglichkeiten informieren. Das umfangreiche Programm, bestehend aus Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Workshops und Recruiting-Gepsrächen, wird ergänzt durch die aktive Teilnahme von Unternehmen und Dienstleistern der Branche. Außerdem befinden sich direkt vor den Fachforen Informationsstände z.B. des mediacampus frankfurts.

Ein Extratipp sind die stattfindenden Recruiting-Gespräche mit Experten aus der Branche. Bewerber können sich dort direkt vorstellen und Kontakte knüpfen. Eine vorherige Anmeldung mit einem Motivationsschreiben und Lebenslauf an berufsbildung@boev.de ist erforderlich.

Das Programm des Karrieretags 2017:

Fachforum 1

10.30 Uhr
Wieviel digitales Know-how braucht es für eine Arbeit in der Buchbranche?

Das Digitale immer mitdenken:

  • Für die einen selbstverständlich, für andere erst einmal ungewohnt. Die Gesprächsrunde wirft einen Blick auf digitale Aktivitäten und gefragtes Know-how in Verlagen und Buchhandlungen.

11.30 Uhr: Arbeit 4.0: Wie werden wir arbeiten?
Diskussionsrunde über Rollen, Profile und Veränderungen unserer Arbeitswelt

  • Welche Veränderungen prägen die gegenwärtige Arbeitswelt und was bedeutet dies für Anforderungen, Arbeitsprofile, Rollen und Arbeitsmethoden im Buchhandel und Verlagswesen? Welche Qualifikationen haben Bestand und welche neuen Kompetenzen braucht es? Mit u.a. Stephanie Lange (Hugendubel), Jürgen Horbach (KV&H), Thomas Tacken (Holtzbrinck Buchverlage)

12.30 Uhr: So geht Vertrieb heute
Von der klassischen Beratung bis hin zum E-Commerce – Wie kommt das Buch zum Leser?

  • Vielfältige neue Möglichkeiten halten in den Vertriebsabteilungen Einzug. Innovative und aufgeschlossene Nachwuchskräfte sind händeringend gesucht. Welche Jobs der Vertrieb bereit hält und was Bewerber mitbringen müssen, berichten Mitarbeiter und Führungskräfte aus der Praxis.

14.00 Uhr: Let`s talk about books
Von der Bleiwüste zum Kunstobjekt

  • Schrift, Cover, Papier, Illustrationen: Hersteller wirken am Aussehen und damit auch am Erfolg von Büchern maßgeblich mit. Welche Talente und Geschicke dabei von Vorteil sind, klärt die Gesprächsrunde.

15.00 Uhr: Wege zur unternehmerischen Tätigkeit
Eigene Firmengründung initiieren oder Nachfolge antreten?

  • Eine eigene Buchhandlung: Für viele ein Traum! Experten berichten über ihre eigenen Gründungserfahrungen und diskutieren Pros und Cons des eigenen Ladengeschäfts.

16.00 Uhr: Bücher im Medienkontext/Medienkonvergenz in der Buchbranche.
Wandel von Berufsbildern und Ausbildungswegen?

  • Veranstalter: Johannes Gutenberg Universität Mainz

Fachforum 2

10.30 Uhr: Meine Zukunft
Karrieremöglichkeiten in der Buchbranche

  • Was will ich werden? Eine Vorstellung, welche Ausbildungsberufe, Studiengänge, Jobs und Weiterbildungsmöglichkeiten die Branche bereithält.

11.30 Uhr: Der Beruf des Buchhändlers
Verstaubt oder ein Zukunftsberuf?

  • Viele unterschiedliche Tätigkeiten machen diesen Beruf aus, in dem es um weit mehr als den reinen Verkauf von Büchern geht. Junge und erfahrene Buchhändler berichten über die Vielfalt in ihrem Beruf: Von der Liebe zum Buch, zur Abwechslung im Verkauf und Veranstaltungsmanagement, über digitale Medien und die modernen Social-Media-Anforderungen im beruflichen Alltag.

12.30 Uhr: Blick hinter die Kulissen
Verlagsmitarbeiter über ihren Berufsalltag

  • Literatur, Fachbuch, Zeitung und vieles mehr: Eine Reise durch die Welt der Verlage, deren spezifischen Anforderungen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten.

14.00 Uhr: Do’s and Dont‘s rund um die Bewerbung
Für einen erfolgreichen Berufseinstieg

  • Der erste Eindruck zählt: Experten geben Empfehlungen zur gelungenen Bewerbung.

16.00 Uhr: Berufseinstieg – aber richtig!
Vorstellung einer Umfrage

  • Die Jungen Verlagsmenschen stellen die Ergebnisse der neuen Nachwuchsumfrage vor und geben Tipps zum Karrierestart.

#FreeWordsTurkey

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Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels startet in Kooperation mit dem PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen eine Online-Petition für die Meinungsfreiheit in der Türkei.

Sie appellieren damit an Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, „die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit in ihren Entscheidungen, Handlungen und Äußerungen kompromisslos und aktiv einzufordern und sie nicht zum Verhandlungsgegenstand zu machen“, so Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Seit dem Putschversuch im Juli 2016 geht die türkische Regierung vehement gegen regierungskritische Journalisten und Medien vor.  Die Pässe von Journalisten werden eingezogen, Autoren werden inhaftiert. Über 130 Medienhäuser wurden bereits geschlossen, darunter 29 Buchverlage, die zusätzlich enteignet wurden. Unter Publizisten und Verlegern herrschen Angst und Existenznot.

Journalisten, Autoren und Verleger, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften leisten einen wichtigen Beitrag zu Demokratie und Freiheit. Beteiligt Euch daher mit Eurer Unterschrift und teilt die Aktion in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #FreeWordsTurkey!

Nachklapp: Nachwuchsparlament 2016

Dieses Jahr fand das Nachwuchsparlament vom 22.-24. Juni in Leipzig statt. 100 Nachwuchskräfte hatten die Möglichkeit unter dem Motto „Das Wort und sein Wert“ sich auszutauschen, zu diskutieren und Empfehlungen für die Hauptversammlung des Börsenvereins auszusprechen.

Los ging es bereits am Mittwochabend bei einem Get-Together im Westwerk:

Am Donnerstag begrüßte Monika Kolb (Bildungsdirektorin des Börsenvereins und Geschäftsführerin des mediacampus frankfurt) gemeinsam mit Verena Burkhardt (Leiterin Internat Leipzig) und Ramona Nicklaus (Nachwuchssprecherin) die Teilnehmer des Nachwuchsparlaments.

Die beiden Autorinnen Natalie Sontopski und Julia Hoffmann hielten die Key-Note zum Thema „Leben & Arbeiten in der digitalen Welt: Von Herausforderungen und Potentialen in Zeiten der Digitalisierung“.

Keynote

Es folgten Workshops der AGs zu vier verschiedenen Themen:

Social-Media-AG: „Mit Social-Media Bewerbungen zum Traumjob“

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E-Book-AG: „Dem Leser auf der Spur – Chancen von Reader Analytics“

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AG Meinungsfreiheit: „Meinungsfreiheit zum Dauerthema machen – Gestaltung eines Online-Blogs“

Meinungsfreiheit

AG Digital: „Der Wert digitaler Inhalte: Entwicklungen in der Buchbranche.“

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Das fantastische Wetter und der Sonnenschein luden ein, auf die Wiesen rund um das Gelände des Internats umzuziehen.

In der Parlamentssitzung stellten die AGs die Ergebnisse des Workshops vor. Danach wurden Empfehlungen an die Hauptversammlung gesammelt und formuliert.

In strahlendem Sonnenschein sind die Teilnehmer dann zu ihren Exkursionen aufgebrochen. Organisiert und begleitet wurden diese wie in den letzten Jahren vom Nachwuchsnetzwerk NaNe in Berlin.

Als TOP 9 der Tagesordnung (und damit früher als in den vergangenen Jahren) wurden die Empfehlungen am Freitag von der Nachwuchssprecherin Ramona Nicklaus und dem ehemaligen Nachwuchssprecher Tony Stubenrauch dem Vorstand und der Hauptversammlung vorgetragen. Dabei wurde unter anderem ein Azubi-Austausch zwischen Buchhandlungen und Verlagen, mehr Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschulen, angemessene Konditionen für den Branchennachwuchs und eine Stärkung der Aufmerksamkeit für die Branchenberufe gewünscht.

Nachfolgend wurde über die Satzungsänderungen abgestimmt: Das Nachwuchsparlament ist nun fest in der Satzung des Börsenvereins verankert! Ein toller Erfolg der Arbeit der letzten Jahre und ein schöner Abschluss des Nachwuchsparlaments 2016.

 

 

 

Wichtiges zum Nachwuchsparlament

Ihr seid zum ersten Mal beim Nachwuchsparlament dabei? Oder seid ihr schon „alte Hasen“, die aber trotzdem noch einmal nachlesen wollen, welche verschiedenen AGs es gibt und an welchen Themen sie arbeiten?

Hier gibt es den Überblick über alles Wissenswerte rund ums Nachwuchsparlament und die Buchtage 2016:

Programmablauf

Mittwoch, 22.06.2016
18:30 Uhr Get Together, Westwerk

Donnerstag, 23.06.2016
9:30 Uhr Begrüßung, Internat Leipzig
9:45 Uhr Key Note
10:30 Uhr Workshops Teil 1

  • Mit Social Media Bewerbungen zum Traumjob
  • Dem Leser auf der Spur – Chancen von Reader Analytics
  • Meinungsfreiheit zum Dauerthema machen – Gestaltung eines Onlineblogs
  • Der Wert digitaler Inhalte: Entwicklungen in der Buchbranche.

12:30 Uhr Mittagessen
13:30 Uhr Workshops Teil 2
14:30 Uhr Parlamentssitzung

  • u.a. Vorstellung der AGs,
  • Präsentation der Workshop-Ergebnisse,
  • Diskussion und Empfehlungen an die Hauptversammlung

16:30 Uhr Exkursionen
19:00 Uhr Mitgliederfest, Grassimuseum

Freitag, 24.06.2016
9:00 Uhr Hauptversammlung Börsenverein, Haus des Buches
13:00 Uhr Mittagessen
15:30 Uhr Ende der Hauptversammlung

AGs

Derzeit gibt es vier AGs, die Workshops während des Nachwuchsparlaments veranstalten:

FAQ Nachwuchsparlament 2016

Die FAQ_NWP2016 verraten Euch Wissenswertes rund ums Programm, die Veranstaltungsorte und das „Drum-Herum“ während des Nachwuchsparlaments und der Buchtage.

Und es gibt sie doch!

Von Catharina Schölzel

Eine eigene Buchhandlung mit 24 / 30 Jahren. Wer traut sich sowas? Zwei junge Buchhändlerinnen haben in Rüsselsheim ihre eigene Buchhandlung aufgemacht. Melanie Enders ist 24, Sara Vazquez 30 Jahre jung. Das sind sie, die jungen Leute, die sich so etwas heute trauen – es gibt sie als doch.

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© Enders/Vazquez

Auf der diesjährigen AkS-Tagung in Berlin habe ich die beiden kennengelernt und sie erzählten mir ihre Geschichte:

Kennengelernt haben sie sich im ehemaligen Bücherhaus Jansen in Rüsselsheim, in dem beide ihre Ausbildung gemacht haben; Sara von 2007-2010, Melanie von 2010-2013.

2014 musste das Bücherhaus aus Altersgründen, aber auch wegen des Strukturwandels der Stadt, schließen. Danach gab es ein ganzes Jahr lang keinen einzigen Buchladen mehr in Rüsselsheim (!). Bei 60.000 Einwohnern ein ganz schöner Hammer. Nachdem die beiden deshalb so oft von ehemaligen Kunden angesprochen wurden, ob sie nicht neu eröffnen möchten, war der Entschluss dann recht schnell gefasst. Wir machen das!

Aber wie stellt man das an? Melanie und Sara gingen das ganz entspannt an und holten sich Hilfe wo immer es ging. Das Buch von Herrn Bramann ackerten sie durch, bei der Wirtschaftsförderung der Stadt holten sie sich Unterstützung und bei Banken baten sie um Kredite. Die allerdings ließen sich nicht aus der Reserve locken und so dauerte die finanzielle Absicherung viel zu lange. Der Plan lautete nämlich den Laden zu Ostern 2015 zu eröffnen. Vier Wochen davor kam dann auch der Kredit. Auweia! Das hieß ranklotzen! Ihre Möbel kauften sie einer schließenden Buchhandlung in Neustadt bei Lübeck ab, ihr Warenwirtschaftssystem bekamen sie von Libri und ihre Nächte schlugen sie sich gefühlt nonstop in ihrem zukünftigen Laden um die Ohren.

Und es hat sich gelohnt! Von den ehemals 400 m² Verkaufsfläche des Bücherhaus Jansen haben sie sich auf 140 m² verkleinert und den Laden hell und frisch gestaltet. Ein Kaffeeecke mit Bildern von Mark Twain und Winnie Puh an der Wand gibt´s auch. Sie haben sich mit einem allgemeinen Sortiment ausgestattet, vor allem Belletristik und Kinderbuch. Politische Sachbücher und Biographien findet man genauso wie ausgewählte Gewürze und Brettspiele. Und das kommt gut an. Das Geschäft läuft gut und die Rüsselsheimer nehmen auch das große Veranstaltungsangebot der beiden sehr gerne an.

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© Enders/Vazquez

Ein Paar Eckdaten:

  • Rüsselsheim liegt zentral zwischen Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Mainz
  • 60.000 Einwohner, aber nur eine Buchhandlung
  • Standort eines Opelwerks (welches verkleinert wurde, was der Stadt merklich schlecht getan hat – auch das Bücherhaus Jansen hatte darunter zu leiden)
  • in den letzten Jahren starb die Innenstadt immer mehr aus und vieles verlagerte sich in Einkaufszentren oder die umliegenden Großstädte. Das soll sich jetzt wieder ändern.

Die Bedingungen sind also nicht ideal, aber doch ganz schön gut. Und Melanie und Sara wissen, wie sie die Rüsselsheimer erreichen und worauf sie selbst Wert legen. Dazu gehört, dass sie nachhaltig handeln. Plastiktüten gibt es nicht, sie unterstützen die Initiative der Baumsparkarte und verwenden nur fair trade Kaffee. Auch die lokale Anbindung ist wichtig, wie sie wissen. Sie kooperieren mit ansässigen Schulen und Bibliotheken, fördern das Lesen bei Kindern, bieten regelmäßig die unterschiedlichsten Veranstaltungen an und sind jeden Sonntagmorgen live im Radio Rüsselsheim (www.radio-r.de) zu hören; dort stellen sie von 8-9 Uhr ihre neuesten Buchtipps vor.

Kapitel 43 - Highlight

© Enders/Vazquez

Melanie Enders und Sara Vazquez haben sich kopfüber ins kalte Wasser gestürzt, die Zähne zusammengebissen und hatten und haben immer noch wahnsinnig viel Spaß dabei. Sie verbringen so viel Zeit in ihrer Buchhandlung, dass sie deren Telefonnummer schon als Privatnummer angeben – und das soll sich so schnell auch nicht ändern. Zur Unterstützung haben sie einen Kollegen für 20 Stunden in der Woche angestellt.

Und wie heißt diese tolle neue Buchhandlung denn eigentlich? Für die Namensgebung haben sich Melanie und Sara überlegt, welches Buch sie beide so richtig begeistert hat und ob es darin ein Kapitel gibt, das ihr absoluter Liebling ist. Und schon stand fest: Kapitel 43 der Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling! Das ist es! Die Buchhandlung hat jetzt ein Känguru im Logo und heißt Kapitel 43. Marc-Uwe Kling kommt bestimmt auch bald vorbei!

 

 

Bewerbung zum Nachwuchsparlament 2016

Nachwuchsparlament Logo

In diesem Jahr finden die Buchtage und damit auch das Nachwuchsparlament erstmals in Leipzig statt. 100 Nachwuchskräfte haben die Möglichkeit am Programm teilzunehmen und drei ereignisreiche Tage in Leipzig zu erleben: Vorträge, Diskussionen, spannende Exkursionen, Workshops, die Sitzung des Nachwuchsparlaments und natürlich die Teilnahme an der Hauptversammlung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Voraussichtliches Programm

Mittwoch, 22.06.2016

bis 18:00 Uhr Anreise
ab 18:30 Uhr Get Together (optional)

Donnerstag, 23.06.2016

9:30 Uhr Begrüßung
9:45 Uhr Key-Note
10:30 Uhr Workshops Teil 1
12:30 Uhr Mittagessen
13:30 Uhr Workshops Teil 2
14:30 Uhr Parlamentssitzung
16:30 Uhr Exkursionen
19:30 Uhr Mitgliederfest

Freitag, 24.06.2016

9:00 Uhr Hauptversammlung Börsenverein
13:00 Uhr Mittagessen
15:30 Uhr Ender der Hauptversammlung

Was tun, um dabei zu sein?

Wer am Programm teilnehmen möchte, muss eine kurze Bewerbung schicken.
Mache Dir Gedanken zu einem der folgenden Themen und sende Dein earbeitetes Dokument gemeinsam mit Deinen persönlichen Angaben (Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeit, Unternehmen/Uni) bis spätestens 6. Mai an folgende Mailadresse nachwuchsparlament@boev.de

Mit Social Media Bewerbungen zum Traumjob
Bewirb dich mit deinem Social Media Lieblingskanal um einen Platz beim Nachwuchsparlament und zeige uns, wieso genau DU den Platz verdient hast und wieso DU dich für diesen Kanal entschieden hast. Ganz egal, ob DU eine Fotostory mit Snapchat, ein Video auf Youtube oder eine Fan-Page mit Facebook erstellt, sei kreativ und lege los.

Dem Leser auf der Spur – Chancen von Reader Analytics
Anders als im Internet, wo Webseitenbetreiber mit Werkzeugen wie Google Analytics viele Informationen zum Nutzerverhalten sammeln können, ist der Buchleser für die Verlage weitestgehend eine black box. Reader Analytics ermöglicht den Einblick in das Leseverhalten der Kunden. Aber will ich als Leser das überhaupt? Will ich, dass jemand „mitliest“?
Gestalte eine 5-seitige PowerPoint-Präsentation oder verfasse einen 1-2-seitigen Essay zu Reader Analytics. Wie stehst du dazu? Was hältst du davon, dass die Erkenntnisse aus „deinem“ Leseverhalten z.B. zu Marketingzwecken genutzt werden?

Meinungsfreiheit
Schreiben Sie ein Essay zum Thema Meinungsfreiheit und deren Bedeutung für die Meinungsvielfalt in der Buchlandschaft/ Buchbranche und überlegen Sie sich zwei oder drei Diskussionsfragen, die aktuelle Themen der Meinungsfreiheit in der Buchbranche aufgreifen bzw. betreffen.

Der Wert digitaler Inhalte: Entwicklungen in der Buchbranche.
Die Bereitstellung von digitalen Inhalten der Buchbranche, wie z.B. E-Books, Online-Magazinen, Zeitungen o.ä., befindet sich derzeit im Wandel und wird sukzessive den technischen Gegebenheiten angepasst. Welche Möglichkeiten bietet uns derzeit der Markt, digitale Inhalte zu konsumieren und welchen Einfluss hat dies auf unser Kauf- und Konsumverhalten? Analysiere und nehme persönlich Stellung! Erstelle dafür eine Power-Point-Präsentation mit max. 6-10 Folien.

Wer darf mitmachen?

Auszubildende im Verlag und Buchhandel, Volontäre, Studenten und Berufseinsteiger sind herzlich eingeladen, eine Bewerbung zu schicken.
Bei Fragen wende Dich an Nadine Klein (t: 069 94740062) oder an nachwuchsparlament@boev.de.

Die Teilnehmer erhalten vom Organisationsteam:

  • Kostenlose Zugtickets für die Reise
  • Kostenlose Unterbringung im A&O Hostel in der Nähe des Hauptbahnhofs Leipzig
  • Kostenlose Verpflegung an allen Tagen
  • Eintrittskarte zu den Buchtagen und zur Büchernacht

Impressionen vom vergangenen Jahr gibt es hier.

Workshop: Für das Wort und die Freiheit

Insgesamt 14 Nachwuchskräfte und Teilnehmer des Nachwuchsparlaments 2015 kamen am 04. November 2015 am mediacampus frankfurt zusammen, um gemeinsam mit Alexander Skipis (Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels) über Meinungsfreiheit zu diskutieren und ein Projekt für die Freiheit des Wortes zu entwickeln. Ebenfalls dabei waren Monika Kolb-Klausch (Bildungsdirektorin des Börsenvereins und Geschäftsführerin des mediacampus), Claudia Paul (Leiterin Unternehmensentwicklung / Kommunikation im Börsenverein) sowie das Team der Berufsbildung (Nadine Klein und Anna-Lena Wingerter).

Hintergrund des Workshops war die Key-Note von Alexander Skipis während  des Nachwuchsparlaments 2015. Er war so begeistert von den Rückmeldungen und dem regen Austausch der Nachwuchskräfte, dass er spontan einen gemeinsamen weiterführenden Workshop angeboten hatte.

Ziel für den Tag war es, Ideen für ein konkretes Projekt vom Branchennachwuchs für die Freiheit des Wortes zu entwickeln. Dadurch hatte der Nachwuchs die Möglichkeit, nachhaltig an der Strategie des Börsenvereins zur Aufrechterhaltung des Themas Meinungsfreiheit aktiv mitzuwirken.

© A. Wingerter

Nach einem ersten Brainstorming war schnell klar, dass es bereits viele Projekte und Initiativen zu diesem Thema gibt, diese aber leider schnell untergehen. Eine erste Idee war geboren: Ein Blog soll über bereits bestehende Projekte informieren und zum Thema Meinungsfreiheit aufklären. Darüber hinaus sollen Interviews mit Meinungsbildnern, Autoren und Menschen, die schon Erfahrungen mit dem Verbot der Meinungsfreiheit gemacht haben, geführt und regelmäßig auf dem Blog veröffentlicht werden. So soll das Thema Meinungsfreiheit durch persönliche Erfahrungen greifbarer gemacht werden.

Eyla Collignon, Teilnehmerin des Workshops und Auszubildende Buchhändlerin, berichtet: «Der Workshop hat mir sehr gut gefallen. Die Teilnehmern kamen aus verschiedenen Bereichen der Branche, sodass Ideen aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet wurden. Besonders spannend fand ich, wie durch die Diskussionen im Laufe des Tages die vagen Ideen vom Vormittag am Ende des Workshops richtig konkret wurden und ein Plan entstand. Am Ende des Tages bin ich total motiviert wieder nach Hause gefahren – ein toller, produktiver, anregender Tag! Ein riesiges Dankeschön an Herrn Skipis, Frau Paul und Frau Kolb für die Anregung und Durchführung dieses Workshops!»

Zeitpläne wurden erstellt, Zuständigkeiten aufgeteilt. Nun arbeitet die Gruppe hochmotiviert an der Umsetzung des Projekts. Man darf also schon gespannt sein!

Einmal Berlin und zurück

– mediacampus Frankfurt – Berliner Buchtage – Frankfurter Buchmesse –
von: Stefanie Spiesecke

So schnell kann es gehen: Heute noch am mediacampus in Frankfurt zu meinem ersten Block zur Ausbildung als Buchhändlerin – gefühlt morgen plötzlich auf der Frankfurter Buchmesse, zusammen mit etablierten Kollegen aus der Buchbranche bei einer Podiumsdiskussion über Selfpublishing und den Buchhandel. Und dazwischen: Ein Abstecher zu den Berliner Buchtagen. Wenn das mal kein Symbol dafür ist, wie weitreichend das Feld ist und wie offen es auch uns, dem Nachwuchs im Buchhandel, steht.

Aber vielleicht von vorne: Am mediacampus in Frankfurt habe ich zum ersten Mal vom Nachwuchsparlament gehört und es war keine Frage, dass ich da dabei sein wollte, wenn irgendwie möglich.

Meine Bewerbung ging wenige Tage später via Mail raus. Man konnte zwischen verschiedenen Themen wählen und entscheiden, an welchem man sich in welcher Weise gedanklich beteiligen möchte. Ich entschied mich für ein Thema, dass mir ohnehin schon länger am Herzen lag: Selfpublishing. Nicht, weil ich Autorin wäre und meine Bücher nicht über Verlage verlegen wollte, sondern weil die Kundenanfragen deutlich machen, dass Selfpublishing steigend ein Thema wird, dem sich die Buchbranche stellen muss.

Nach einem grübelnden Spaziergang über den Campus kamen mir dann auch ein paar Gedanken dazu, auf welche Weise eine Verknüpfung zwischen all den kleinen Elementen einzelner Selfpublisher und einzelner Bücher, und den großen Institutionen im Buchhandel: Verlagen, Zwischenbuchhändlern und Buchhandlungen möglich wäre. Die Idee vom „Selfpublisher-Verband“ war geboren. Damals wusste ich noch nicht, dass diese etwa 3 Monate vorher bereits geboren und umgesetzt worden war und es einen ersten „Verband in den Startlöchern“ gab, der bereits erste Schritte machte sich zu etablieren. Dass gute Gedanken an mehreren Orten zu mehreren Zeiten entwickelt werden, spricht generell ja eher für als gegen die Idee. Ich jedenfalls war erleichtert etwas gefunden zu haben hinter dem ich stand und das ich, ein wenig weiterentwickelt, als Bewerbung einreichen konnte. Es dauerte nicht lange, bis ich via E-Mail meine Zusage bekam und mich auf zwei Tage Berlin freuen durfte.

Ein paar Tage danach erhielt ich die Anfrage, ob ich meine Idee bei den Berliner Buchtagen vorstellen möchte. In den vier verschiedenen Themenbereichen hatte man offenbar die jeweils besten Idee ausgewählt und wollte diese dann auch der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ich sagte natürlich sofort zu und verbrachte danach noch etwas Zeit damit, die Präsentation auf ein Flip Chart zu packen und mit nach Berlin zu nehmen. Ich war wahnsinnig aufgeregt.

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© A. Wingerter

Die Berliner Buchtage waren vor allem eines: Voll. Voller Ideen und Engagement, voller Eindrücke und wichtiger Worte, voller neuer Erfahrungen und guter Gespräche. Insgesamt ist die Teilnahme am Nachwuchsparlament etwas, was ich Jedem nur empfehlen kann. Sie lässt einen weit über den Tellerrand des eigenen Arbeitsplatzes hinaus blicken und verschafft uns einen Überblick darüber, was sich ringsum abspielt. Welche Trends gerade entstehen, was diskutiert wird, welchen neuen Herausforderungen und Anforderungen die Branche sich künftig zu stellen hat.

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© A. Wingerter

Mein Vortrag ging dann, trotz der Nervosität im Vorfeld, ziemlich mühelos über die Bühne. So groß wie gedacht war das Publikum nicht, da ringsum andere Veranstaltungen stattfanden und die Vorstellungen der Nachwuchs-Ideen nur eine von vielen war und das Publikum war interessiert und freundlich, sodass ein guter Austausch stattfinden konnte.

Nachdem ich die Berliner Buchtage gut hinter mich gebracht hatte und auch meinen ersten Berufsschulblock, ging es erst einmal wieder zurück an meinen Arbeitzplatz: Die Mayersche Filiale in Siegen. Mit vielen guten Erinnerungen und nützlichem Wissen angefüllt, betritt man die Arbeitsfläche, auch nach dem Unterricht in der Berufsschule, ganz anders als man sie verlassen hat. Plötzlich tauchen lauter Fragen darüber auf, wie bestimmte Konditionen und Absprache am eigenen Arbeitsplatz geregelt sind und man versteht viele Abläufe deutlich besser.

Eigentlich dachte ich, mit dem kleinen Vortrag bei den Berliner Buchtagen hätten sich meine öffentlichen Auftritte dann auch erstmal erledigt. Ich hatte mir vorgenommen, immer mal wieder zu schauen, was der wirklich existierende Verband derzeit so leistet und in wie weit meine Vorstellung davon, dass er die Brücke bilden könnte die uns im Moment in der Buchbranche fehlt stimmt, wusste aber noch nicht, dass ich bald Gelegenheit bekommen sollte, noch weitere Perspektiven kennen zu lernen und meine Gedanken zu vermitteln.

Ich bekam abermals eine E-Mail: Ruckzuck-Buch lud mich ein bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Selfpublishing und der Buchhandel“ teilzunehmen. Ich sagte zu – und war natürlich wieder sehr aufgeregt, aber auch froh darüber, dass das Thema weiterhin Wellen schlug und nicht klanglos untergehen würde. Vielleicht sind die Bücher von Selfpublishern nicht die Einzigen, die Platz in den Regalen des Buchhandels verdienen – denn dieser reicht oft auch schon für viele schöne und wichtige und individuelle Titel von kleineren, unbahängigen Verlagen nicht aus – aber sie sind dennoch ein Phänomen, das steigend an Kundeninteresse gewinnt und damit die Aufmerksamkeit verdient, welche sie nun immer mehr bekommen. Die Podiumsdiskussion sollte auf der Frankfurter Buchmesse stattfinden und fiel passend auf einen Tag, an dem ich auf jeden Fall dort sein würde.

© mediacampus frankfurt

© mediacampus frankfurt

Die Frankfurter Buchmesse war vor allem eines: Auch voll. Voller Stände, Bücher, Menschen, und voller kreativer Ideen, was die Gestaltung der Stände betraf. Ich war wie schon im vorigen Jahr ein wenig überfordert (ich schaffe es jedes Jahr aufs Neue mich zu verlaufen) und wahnsinnig beeindruckt, aber im Gegensatz zum letzten Jahr hatte ich dieses Jahr einige Termine und Vorhaben, also einen generellen Plan.

Einer meiner Termine war dann auch gleich am ersten Tag meiner Anwesenheit – dem Donnerstag – die Podiusmdiskussion. Kurzfristig wurde ich noch nach der Powerpoint Präsentation gefragt, die sich zum Glück noch irgendwo in meinem E-Mail Fach befand – und dann konnte es auch schon losgehen.

Moderiert wurde die Präsentation von Marcel Plagemann. Die anderen Teilnehmer kamen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und hatten aus unterschiedlichen Gründen ein Interesse daran, den Buchhandel und den aufkommenden Self-Publishing-Trend zu verbinden.

Vera Nentwich ist IT-Beraterin und Autorin humorvoller Romane, Selfpublisherin mit eigener Internetplattform und Mitglied des Anfang des Jahres gegründeten Selfpublisher-Verbands. Sie hat einen offenen Brief an den Buchhandel verfasst, in welchem sie fragt wie es sein kann, dass ihr Buch, wenn es von Kunden angefragt wird, nicht über den Buchhandel zu erhalten ist. Das Angebot sich bei ihr via Telefon oder E-Mail zu melden steht – und somit stehen der Zusammenarbeit was genau im Wege? Organisationsstrukturen? Wissen auf Buchhandelsseite? Wissen auf Selfpublisher-Seite? Kontakte? Alles ein wenig. Und alles gleichermaßen. Aber nun, da die Buchbranche steigend den Blick auf Selfpublisher richtet, besteht womöglich die Hoffnung Lösungen für diese Lücken zu finden und eine Verbindung zu schaffen.

Daniel Lenz ist stellvertretender Chefredakteur und Betriebsleiter des Buchreports und Entwickler des neuen Indie-Katalogs, der unabhängigen Verlagen eine Bühne bieten soll, ihre Print und Digital-Programme vorzustellen und zu vermarkten. Diese Plattform gibt den kleineren Verlagen und einzelnen Autoren die Möglichkeit, in der Masse sichtbar zu werden und richtet die Aufmerksamkeit darauf, wie groß die Anzahl potenziell gut verkäuflicher, individueller und wichtiger Bücher dem stationären Buchhandel verloren gehen, wenn das Angebot zu sehr in Richtung Mainstream läuft.

Sönke Schulz ist Geschäftsführer von Tredition, einem der großen Selfpublishing-Dienstleister, welches die Bücher von Selfpublishern nicht nur vermarktet, sondern auch auf eine gewisse formale Qualität achtet. Er steht für die an einigen Stellen steigende Qualität selbstvermarkteter Bücher (beziehungsweise mithilfe entsprechender Dienstleister vermarkteter Bücher) und lehrt, dass die Abwesenheit eines Verlages bei der Buchproduktions längst nicht mehr maßgeblich für die Abwesenheit von Know How oder für eine niedrige Qualität des Entproduktes steht.

© mediacampus frankfurt

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Die Erfahrung mit diesen drei Personen in einer Gesprächsrunde zu sitzen und einen Austausch zur aktuellen Herauforderung „Selfpublishing“ zu erleben, kann ich euch kaum angemessen beschreiben. Und natürlich war die Zeit viel zu kurz, jedes Unterthema hätte noch eine ganze Weile ausführlicher und mit einem hilfreicheren Konsens besprochen werden können. Dennoch hatte ich im Anschluss den Eindruck, dass die Branche an sich auf einem guten Weg ist und es Hoffnung dahingehend gibt, dass der Markt künftig einen Wandel durchmacht, der die Vielfalt von Selfpublishing Produkten nicht mehr auf das Internet beschränkt.

Ich denke insgesamt werden wir zum Thema Selfpublishing in Zukunft noch eine Menge hören.

Für mich persönlich war die Frankfurter Buchmesse nach der Podiumsdiskussion eine sehr relaxte und angenehme Angelegenheit. Über den Austausch habe ich noch viel nachdenken müssen und hoffe, noch öfter die Möglichkeit zu haben dieses und viele andere aktuelle Themen mit klugen Köpfen aus der Branche zu diskutieren. Wenn etwas den Reiz meines Berufes am ehesten ausmacht, dann sind es die steigend neuen Herausforderungen und die Notwendigkeit von Ideen und Versuchen, um die eigenen Abläufe einen Schritt weiter in eine sich ständig wandelnde Zukunft zu rücken. Ich denke, wir werden alle noch einige spannende Jahre in dieser Branche erleben und möchte euch gerne mit auf den Weg geben: Nutzt sie. Nehmt mit, was ihr könnt, tauscht euch mit den anderen Leuten aus und sammelt Erfahrungen. Es gibt nichts Angenehmeres, als sich zu entscheidenden Entwicklungen ein eigenes Bild gemacht hat – und nichts lehrreicheres, als es wieder umzuwerfen und neu zu ergründen.

Link zum Podcast der Podiumsdiskussion (Achtung: Zwischen der 15ten und der 33ten Minute gibt es eine Tonunterbrechung, danach hört man den Ton wieder)